20. Vortrag: Change Management in der Beteiligungsverwaltung – Vom passiven Verwalten zum aktiven Steuern

Die Beteiligungsverwaltungen von Bund, Ländern und Kommunen befinden sich seit geraumer Zeit in einem Professionalisierungsprozess. Mit über 16.000 Unternehmen im öffentlichen Sektor ist das Thema schon lange kein Nischenthema mehr. Häufig werden in den Gebietskörperschaften schon weiter über 50 % der Daseinsvorsorgeleistungen für den Bürger nicht mehr durch die sog. Kernverwaltung sondern in rechtsformprivatisierter Form (meist GmbH’s) erbracht.

Dabei hat insbesondere im Bereich der Beteiligungsverwaltung das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Interessen und Auffassung ein nicht unerhebliches Potential für Konflikte. Insofern sind das Erkennen von Widerständen und das Wissen, warum diese entstehen, für einen erfolgreichen und nachhaltigen Veränderungsprozess von entscheidender Bedeutung. Zumal die Ursachen von Widerständen sehr komplex sind und Widerstände häufig verdeckt erfolgen.

Von Widerständen kann immer dann gesprochen werden, wenn vorgesehene Entscheidungen oder getroffene Maßnahmen, die auch bei sorgfältiger Prüfung als sinnvoll, logisch oder sogar dringend notwendig erscheinen, aus zunächst nicht ersichtlichen Gründen bei einzelnen Individuen, bei Interessengruppen oder bei den Mitarbeitern auf diffuse Ablehnung stoßen, nicht unmittelbar nachvollziehbare Bedenken erzeugen oder durch passives Verhalten unterlaufen werden.

Die Professionalisierung der Beteiligungsverwaltung hat Auswirkungen innerhalb und außerhalb der Verwaltungsorganisation. Deshalb sind spezielle Managementmethoden zur Steuerung der Transformationsprozesse auch innerhalb der Beteiligungsverwaltung erforderlich (sog. Change Management). Die Steuerung und Gestaltung von Veränderungsprozessen stellt eine zentrale Führungsaufgabe in der Beteiligungsverwaltung dar, denn die eigentliche Herausforderung ist der Umgang mit den (politischen) Entscheidern und den Mitarbeitern. Der Veränderungsprozess muss von den (politischen) Entscheidern und den Mitarbeitern in der Beteiligungsverwaltung getragen werden.

Das Change Management befasst sich damit, wie ein Veränderungsprozess erfolgreich gestaltet und umgesetzt wird. In dem Vortrag erfolgt am Beispiel des Beteiligungsmanagements der Stadt Frankfurt am Main die Darstellung des Veränderungsprozesses in den letzten rd. 15 Jahren. Es soll insbesondere auch für kleinere Verwaltungsorganisationen ein Weg aufgezeigt werden, wie bei bestehender Verwaltungsstruktur und Personalressourcen der Weg zum aktiven Steuern der Beteiligungen beschritten werden kann.

Deshalb wird in dem Vortrag nicht nur auf die Bedeutung einer frühzeitigen Planung, klaren Zieldefinition und fortlaufenden Kommunikation erläutert, sondern es werden auch konkret Tipps aus der Praxis für die Stärkung internen und externen Organisationsstruktur und die Indikatoren für eine erfolgreiche Softwareschaffung eingehend erläutert.